von Sven Piper

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Das X-Prize Projekt

November 9, 2017

Das X-Prize Projekt sollte den Startschuss für den groß angelegten Weltraumtourismus geben und forderte die talentiertesten Unternehmer und Raketenspezialisten in der Welt zu einem Wettkampf heraus. Das Ziel war nicht weniger, als der erste private Raumflug in der Geschichte, der im Oktober 2004 durch das SpaceShipOne der Firma Scaled Composites entschieden wurde.

Dieses Projekt tratt in die Fußstapfen einer anderen Epoche und erinnert an die Anfänge der Luftfahrt, als Pioniergeist, Mut und Erfindungsreichtum Menschen, auf der ganzen Welt zu immer neueren Rekorden antrieb. Es erinnert an Charles Lindbergh, der mit dem Flugzeug The Spirit of St. Louis als erstes den Atlantik überquerte und dafür 1927 ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Dollar bekam.

 

Beim Ansari X-Prize, den Zusatz Ansari bekam dieser Preis im Mai 2004 nach einer Multimillionen Dollar Spende der amerikanisch-iranischen Unternehmerin Anousheh Ansari (die im September 2007 auch als erste Weltraumtouristin zur ISS reiste) und ihres Schwagers Amir Ansari,  wunken dem Team 10 Millionen Dollar Preisgeld, dem es gelang, ein privat finanziertes Raumschiff zu bauen und an die Grenze des Weltraums in 100 Kilometer Höhe zu fliegen. Des weiteren musste die Crew aus mindestens drei Besatzungsmitgliedern (bzw. 1 Pilot + jeweils 90 kg Ballast pro Passagier) bestehen und nach dem erfolgreichen Flug auch wieder sicher zur Erde zurückkehren. Doch damit nicht genug, das letzte Kriterium sah vor, dass dieser Flug innerhalb von 2 Wochen wiederholt werden musste.

 

Seit dem Beginn im Mai 1996 hatten sich mehr als 20 Teams aus 7 verschiedenen Ländern für dieses Projekt eingetragen.

 

Die Designs der Raumschiffe reichten dabei von kurios bis genial. Die meisten Teams setzten auf eine einstufige Rakete, aber auch ein weltallfähiger Jet mit Raketenantrieb war ein beliebtes Model. Besonders herausstachen tat aber das Raumschiff der Discraft Corporation, denn es handelte sich um eine fliegende Untertasse mit einem Blastwave-Pulsejet Antrieb, bei dem man aber über die Konzeptphase nicht hinausgekommen ist.

 

Die größten Gewinnchancen hatten dabei zwei Firmen.

 

Da war zum einen die Firma von Burt Rutan (Scaled Composites, LLC), der bereits in den 80er Jahren einen Rekord aufstellte, als er ein Flugzeug mit den Namen Voyager baute, das als erstes Flugzeug ohne aufzutanken die Welt umrundete. Die Entwicklungskosten für das Trägerflugzeug die White Knight und dem Raumschiff SpaceShipOne werden auf ungefähr 25 Millionen Dollar geschätzt. Finanziert wurde dieses Team durch den Microsoft Mitbegründer Paul Allen.

 

Und zum anderen war da die Firma von John Carmack (Armadillo Aerospace) dem Gründer von ID Software, Computerspielern sagt dieser Name etwas, sind sie doch mit der Doom Serie aufgewachsen. Dieses Team setzte auf eine einstufige Rakete mit den Namen Black Amadillo.

Im April 2004 hatte das Team Armadillo Aerospace bereits die ersten Tests am Antriebssystem des Prototyps durchgeführt, während im Mai das Team von Burt Rutan bereits einen sehr erfolgreichen Testflug durchgeführt hat. Das Turbojetflugzeug White Knight hat das Raumschiff SpaceShipOne in 15 Kilometer Höhe gebracht, von wo aus Pilot Mike Mevill ausklinkte und innerhalb von 55 Sekunden in 64 Kilometer Höhe flog. Dieser Testflug zeigte, dass man auf den richtigen Weg war.

 

Am 21. Juni 2004 gelang dann sogar bei einem Tesflug das Überschreiten der 100 Kilometer Marke, bevor am 29. September 2004 und am 4. Oktober die regulären Flüge, unter den Augen einer großen Menschenmenge vom Mojave Airport Civilian Flight Test Center aus, durchgeführt wurden und beim letzten Flug sogar die 112 Kilometer Marke überschritten wurde.

 

Übrigens gab es auch außerhalb des X-Prize Projektes Bestrebungen ein privates Raumschiff zu bauen. So hat Jeff Bezon, der Gründer von Amazon.com, seine eigene Firma mit dem Name Blue Origin zu diesem Zweck gegründet. Über den aktuellen Entwicklungsstand gibt es aber leider keine Informationen. Eine Schulfreundin von Bezon soll einmal gesagt haben, dass er Amazon nur gegründet habe, um genügend Geld für seine eigene Raumstation zu sammeln.

 

Wie dem auch sei, die Zeiten indem nur wenige auserwählte Menschen in dem Genuss kamen ins Weltall zu fliegen scheinen bald vorbei zu sein, denn 101 Jahre nachdem die Gebrüder Wright (bzw. Karl Jatho) das Flugzeug erfunden haben und 77 Jahre nach Charles Lindberghs Flug über den Atlantik, scheint ein neues Zeitalter anzubrechen.

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