• Sven Piper

Bibliothek von Alexandria

Aktualisiert: 15. Sept 2019

Die Große Bibliothek von Alexandria lag im Palastviertel von Alexandria und war die berühmteste Bibliothek zur Zeit des Hellenismus. Sie wurde wahrscheinlich von Ptolemeus I im Jahr 288 v. Chr. gegründet.


Ptolemeus I (Beiname Soter) war ein griechisch-makedonischer General unter Alexander dem Großen und sicherte sich nach dem Tod Alexanders die Herrschaft über Ägypten. Er läutete die ptolomäische Dynastie ein, die so tragisch mit Kleopatra VII endete.


Die Bibliothek war offen für jedermann und die besten Werke dieser Epoche wurden hier gesammelt. In der Blütezeit der Bibliothek enthielt sie etwa 500.000 Schriftrollen und Bücher und damit ein Großteil des wissenschaftlichen und literarischen Wissens der griechischen Antike.


Es gab eine Mischung von diversen Kulturen und Sprachen unter den Gelehrten und Schülern. Wahrscheinlich setzte sich aber die griechische Sprache durch, auch wenn die Frage ob die alexandrinische Kultur nun griechisch oder ägyptisch war, nur mit beides beantwortet werden kann.


Alexandria wurde durch die Bibliothek zur intellektuellen Hauptstadt der Welt und viele berühmte Personen lernten oder unterrichteten hier. So waren hier Euclid, der Vater der Geometrie, Archimedes, einer der größte Mathematiker der alten Welt und auch noch heute durch sein Auftriebskraftgesetz bekannt, und Erathostenes, der erstaunliche astronomische Kenntnisse besaß und wusste, dass sich die Erde um die Sonne dreht, tätig.


Gerüchte besagen, das alle anlaufenden Schiffe in Alexandria durchsucht wurde und von allen interessanten Schriftstücken Kopien angefertigt wurden. Außerdem gibt es das Gerücht, wonach Ptolemeus III einen Athener Repräsentanten überzeugen konnte, ihm die Originalmanuskripte der drei Dichter der Tragik (Aeschylos, Euripides und Sophokles) auszuhändigen und ihm im Gegenzug 15 Talente Silber als Pfand übergab, jedoch bekamen die Athener lediglich die Kopien zurück.


Wie die Bibliothek zerstört wurde, ist heute nicht mehr eindeutig nachvollziehbar. Wahrscheinlich waren mehrere Umstände daran schuld. Zuerst verbrannte Julius Caesar im Jahre 48 v. Chr. die Flotte der Ägypter und das Feuer sprang auch auf die Stadt über, wobei auch Teile der Bibliothek ein Opfer der Flammen wurden. Die neu gegründete zweite Bibliothek lag mehr in der Innenstadt und die Epoche des Wissens in Alexandria endete mit der Ermordung von Hypatia im Jahre 415. Aussagen wonach die Bibliothek von den Arabern zerstört wurde, sind wenig glaubhaft, da die Araber erst sehr viel später in Alexandria eintrafen.


Mögliche Überreste der Bibliothek wurden von einem polnisch-ägyptischen Archäologenteam im Mai 2004 gefunden. Dabei sollen die Ruinen von 13 Hörsälen entdeckt worden seinen.


von Sven Piper

© 2019 astris

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